Inhaltliche Schwerpunkte des Forschungsverbun des Geschlecht und Handlungsmacht / Gender and Agency

 

Gender und Handlungsmacht im Rahmen geschlechtsbasierter Gewalt

Gender Studies haben in unterschiedlichen Feldern der Wissensproduktion, der gesellschaftlichen Strukturen und der symbolischen Repräsentationen die Konstruktion von Geschlechterzuschreibungen aufgedeckt, die geschlechtliche Ungleichverhältnisse legitimieren und weitertragen. Während genderbasierte Unterdrückungs- und Gewalterfahrungen in verschiedenen Kontexten vielfach analysiert wurden, ist der Anspruch, sich auch mit Konzepten und Praxen von Agency zu beschäftigen, bislang nicht ausreichend erfüllt worden. Dieser Schwerpunkt setzt nun die konstruktive Weiterentwicklung von Agency inhaltlich und methodisch in den Mittelpunkt. Daher werden insbesondere Gewaltstrukturen und Handlungsstrategien wie Widerstand und Ermächtigung gegen Gewalt im Hinblick auf ihre Relevanz zur Stabilisierung lokaler und globaler Geschlechterhierarchien untersucht.Inter- und Transdisziplinarität stehen in diesem Bereich an zentraler Stelle. Interdisziplinarität erlaubt, neue Formen von Gewalt in globalen Kontexten innovativ zu erforschen, Transdisziplinarität ermöglicht die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und nicht-akademischen Bereichen, um effektive Formen individuellen und kollektiven Handelns gegen Gewalt, Diskriminierung und Ausbeutung zu unterstützen.

Koordination: Birgit Sauer


 

Gender und Handlungsmacht im Rahmen von Körperdiskursen

Embodiment-Ansätze in den Naturwissenschaften ebenso wie in den Sozial- und Kulturwissenschaften nehmen das interagierende Netzwerk von Kultur und Natur in den Fokus und analysieren, wie Umwelt und sozio-kulturelle Faktoren bis tief hinein in die Biologie des Körpers einwirken, und welche Rolle Körperprozesse umgekehrt auf soziales Handeln haben. Unter der perspektivischen Rahmung von „Gender und Agency“ und verbindet dieser Schwerpunkt theoretisch-methodisch fundierte Forschung aus unterschiedlichen Disziplinen zur Dekonstruktion reduktionistischer geschlechterbezogener Zuschreibungen mit der Analyse und Entwicklung von Agency-Konzepten auf materieller und semiotischer Ebene. Im reflexiven interdisziplinären Austausch können hierdurch innovative Perspektiven auf ein Forschungsfeld entwickelt werden, das auf einschneidende Weise verändert, wie zukünftig in den Lebenswissenschaften und in den Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften das Verhältnis von Mensch und Gesellschaft, und damit von Natur und Kultur behandelt wird.Im Zentrum dieses Schwerpunktes steht die Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in Team- und Projektbasierter Forschung zwischen Senior Scientists und Nachwuchswissenschaftler_innen der Universität Wien zur Entwicklung von interdisziplinären Forschungsansätzen zwischen Sozial-/Kultur-/Geisteswissenschaften, der Gender Studies, der Psychologie, den Lebenswissenschften und den MINT-Fächern.

Koordination: Sigrid Schmitz, Ilse Bartosch


 

Gender und Agency im Rahmen von sozialem Wandel/gesellschaftlichen Transformationen

Die explizite Korrespondenz von Gender und Handlungsmacht mit unterschiedlichen historischen und regionalen gesellschaftspolitischen und wissenschaftsgeschichtlichen Kontexten steht im Zentrum dieses Schwerpunktes. Die multiplen Verwobenheiten von Gender und Agency mit Prozessen von sozialem Wandel werden ebenso thematisiert wie die Veränderungen von Gender und Agency selbst. Diese Thematik soll kulturwissenschaftliche Zugänge ebenso ermöglichen wie historische, sozialwissenschaftliche und philologische/sprach- und literaturwissenschaftliche. Gestärkt werden sollen unter anderem jene kulturwissenschaftlichen Perspektiven, die Gender und Agency im Sozialen, Politischen und Wirtschaftlichen sowie die materiellen Grundlagen der Kultur in den Fokus nehmen.

Koordination: Gabriella Hauch